Übungszettel

Ich bin ja inzwischen im 7. Semester bzw. im ersten Mastersemester. Das bedeutet zweierlei Dinge. Zum einen, dass ich im letzten Semester meiner Bachelorarbeit beim Max-Planck-Institut  geschrieben habe und deswegen den Großteil des Semesters außerhalb des regulären Unibetriebs verbacht habe. Zum Anderen, dass ich nun wieder dem regulären Unialltag mit Vorlesungen, Seminaren und Übunsgzetteln nachgehe. Letzerem möchte ich nun diesen Beitrag widmen, da es mir erst durch dieses, von BA verursachte, Pausieren des regulären Unialltags im vollen Umfang bewusst wird, was Übungszettel für  Zeitfresser sind und wie unentspannt ein Semester ist, wenn man reguläre Vorlesungen hat, anstatt eine BA zu schreiben.

Heisenberg’sche Unschärferelation. Weil.. Physik und so

Aber bevor ich mich darüber auslasse, möchte ich etwas weiter  ausholen und erst einmal erklären was ein Übungszettel eigentlich ist. In den meisten größeren Vorlesungen (so im Bereich 6-8 CP) im Physikstudium werden pro Woche und Vorlesung Zettel mit Übungsaufgaben ausgegeben. Diese sollen dann bis zur nächsten Woche gelöst werden.
Die Übungsaufgaben richten sich dabei zum Großteil nach dem aktuell in der Vorlesung behandelten Stoff. Der Hintergedanke ist dabei natürlich, dass man sich auf diese Weise mit dem Stoff auseinandersetzen muss. Das Beste an Übungszetteln ist allerdings, dass man für das Lösen der Aufgaben Punkte in den Übungsgruppen bekommt und am Ende des Semesters einen gewissen Prozentsatz (in der Physik sind das meistens 60%) der Gesamtpunktzahl aufweisen muss um überhaupt zur Klausur zugelassen zu werden. Das heißt, dass man erst wenn auch ja genügend Aufgaben zufriedenstellend gelöst hat die Möglichkeit bekommt die bis dahin investierte Zeit, für den Stoff der Vorlesung, eventuell auch mit den Credit Points belohnen zu können.

Wenn ich jetzt auf die letzten 6 Semester zurückschaue muss ich  sagen, dass die Zettel ihr Ziel mit Glanz & Gloria verfehlen. Es gibt zwar ab und an, ganz interessante Aufgaben, bei denen es wirklich Spaß macht sich damit auseinanderzusetzen. Den Großteil der Zeit sitzt man allerdings vor den Aufgaben wie der Ochs vor’m Berg. Manchmal ist die Aufgabenstellung mehrdeutig und fragwürdig, manchmal ist die Aufgabe selbst reinste Schikane und manchmal hat man einfach nicht den zündenden Gedanken. So kann es kommen, dass man Stunden an einer Aufgabe herumtüftelt und meint eine Lösung gefunden zu haben, nur um dann in der Übungsgruppe mit einem komplett anderen Lösungsweg und Ergebnis konfrontiert zu werden.

Das Problem dabei ist auch nicht das Frustriertsein weil  man sich geirrt hat, sonderen mehr  die unütz aufgewendete Zeit.

Den Übungszettel verschlingen Unmengen an Zeit. Ich weiß nicht wie oft ich in Vorlesungen gehört habe, dass man diese vor- und nachbearbeiten solle um den Stoff zu verstehen. Nun, das fällt meistens komplett flach. Ich bin jetzt erst ein paar Wochen wieder aktiv im Studium und schaff es  schon nicht mehr mich ordentlich vorzubereiten. Das Nachlesen klappt noch einigermaßen.
Statt den Stoff nocheinmal richtig durchzugehen; verbringt man viel mehr Zeit damit die Skripte/Mitschriebe durchzublättern, lediglich auf der Suche nach Signalwörtern oder Formeln die irgendetwas mit der Aufgabe zu tun haben. Oder man googelt nach den Antworten/Lösungswegen, wenn man merkt, dass man auf die schnelle keine Einfall für die Lösung hat.
Genau darin liegt mein Problem begründet: Die Übungszettel sollten die Vorlesung unterstützend begleiten um das Verständnis zu erhöhen. Im Großteil der Fälle verkommt das Material zur Vorlesung aber lediglich zur Lösungshilfe für die Übungszettel. Größere Zusammenhänge interessieren nur wenn aktiv danach gefragt wird und tieferes Verständnis wird auch nicht zwangsweise gefördert, wenn man die geforderten Beweise/Herleitungen/etc. aus einem tollen, im Netz gefundenen Skript abschreibt. In der Zeit, in der man sich irgendwie die Lösung zusammenklaubt, hätte man auch gut nochmal seine Notizen durchgehen und darüber nachdenken können.
Will man sich zusätzlich zum obligatorischen Übungszettellösen, tatsächlich nocheinmal mit dem Stoff befassen, vielleicht sogar noch etwas Sekundärliteratur lesen und dann zusätzlich noch ein soziales Leben führen und nicht jeden Abend abgekapselt in seinem Zimmer sitzen kommt man in regen Konflikt mit dem täglichen 24 Stundenzeitlimit. Kaffee und Energydrinks begleiten mich nicht um sonst seit Beginn des Studiums.

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~ von Dante - 7. November 2013.

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