Zwei Filme

Die Piraten – Ein Haufen merkwürdiger Typen

Da ich ein Fan von Wallace & Gromit bin, war für mich sofort klar, dass ich mir den Knetmännchenpiratenfilm von den selben Machern natürlich auch reinziehen muss. Ich mein hey, Piraten, klar soweit?
Also natürlich ab ins Kino. Zuerst allerdings die zusätzliche Gebühr wegen 3D und so entrichtet, weil.. ja in 3D alles besser ist, nicht. Also im Kinosessel platzgeommen, die Brille übergestülpt und den Film auf mich wirken lassen.
Zu allererst muss ich sagen, dass der Film unterhaltsam ist, es gibt schöne Gags und generell der Detailgrad der ganzen Modelle ist einfach super, aber trotzdem sticht der Inhalt nicht sonderlich hervor, die Geschichte unterscheidet sich zwar von einer 08/15 Geschichte, aber alles in allem kam zumindest bei mir nie so richtig das Gefühl von Spannung auf. Mein großes Problem mit dem Film ist aber, dass ich nicht so recht sagen kann, was mich genau daran stört. Ich mein er ist wirklich nicht schlecht, hat seine goldene Momente und alles, aber trotzdem hat man das Gefühl das mehrere Handlungselemente wirr in der Geschichte rumstehen. Am Ende hatte ich das Gefühl, nicht wirklich zu wissen, was der Film eigentlich sagen wollte.

Iron Sky

Nachdem ich schon sehr lange auf diesen Film gewartet habe, konnt ich’s natürlich kaum erwarten, das der Vorhang aufging und der Saal sich verdunkelt. Ich mein ein Film über Nazis vom Mond mit einer ‚Parodie‘ (falls das den geht) von Sarah Palin als amerikanische Präsidentin. Eigentlich sollte es schon genügen, hier aufzuhören, denn wer da nicht sofort auch den Kinosaal stürmen will, der isst auch kleine Kinder.
Trotzdem möchte hier noch ein bisschen weiter ausholen, denn ein Film der mit einem Budget von 7 Millionen Euro, die teilweise durch Crowdfounding hereingeholt wurden, so eine Show abliefert verdient das.
Sehr schön fand ich die Illustration (ob gewollt oder nicht) der verkrusteten Naziideologie, durch ihre meterhohen Röhrenrechnemaschine in ihren steampunkesken Mondfestungen im Kontrast zur z.B. Hologrammtechnolgie/Smartphones des Jahres 2018. Auch gefallen hat mir, dass jede Seite ihr fett weggekriegt hat und das gezeit wird, dass man die Fähigkeit zur Veränderung besitzt. So fällt Renate Richter, Lehrerin auf der Mondbasis, von ihrer Ideologie (die sie als eine des Friedens und der Liebe auffasst) ab, nachdem sie den -ihr bis dato nur aus „Kurzfilm“ bekannten – großen Dikator von Charlie Chaplin sieht und versucht dann den sog. Meteor-Blitzkrieg zu verhindern. Im Gegensatz dazu werden die gängigen Klischees der amerikanischen Außenpolitik (Rohstoffinteressensichrung, Großkotzigkeit etc) aufs Korn genommen und die Präsidentin (und deren Beraterin), zeichnet sich durch eine unglaubliche Arroganz aus.
Man merkt dem Film in jeder Sekunde an, wie Banane die ganze Grundidee ist und trotzdem schafft er es, neben den ganzen Gags eine Spannung aufzubauen, die mich bis zum letzten Moment hat mitfiebern lassen, bis schlussendlich die Frage bleibt. Wird die Erde die Invasion zurückschlagen können, auch wenn sich die Götterdämmerung aus dem Mondboden erhebt?
Nebenbei sei auch auf die grandiose schauspielerische Leistung der einzelenen Akteure verwiesen, den trotz der Handlung wurde die Motivation und Rolle selbst immer sehr glaubhaft vermittelt.
Also was bleibt zum Schluss? Ein Film, der sich selbst nicht zu ernst nimmt, eine Idee auf die Leinwand bringt, die aus den dunkelsten Schränken von Verschwörungstheoretikern entsprungen sein könnte, nebenbei noch schön die Naziideologie demontiert und sich über Nordkorea lustig macht.
Also, ab ins Kino und anschaun!

 

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~ von Dante - 10. Mai 2012.

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