Fremde Gezeiten

Jack Sparrow ist zurück, im nunmehr vierten Teil der „Fluch der Karibik“ -Reihe. Was soll man von einem Film erwarten, dessen Ankündigung mehr wie ein zwanghafter Versuch wirkte, noch ein bisschen mehr Geld aus dem Franchise zu pressen. Ganz ehrlich, der Film hat mich in vieler Hinsicht positiv überrascht.

Knightley und Bloom spielen nicht mehr mit und damit wurde auch endlich dieses unsägliche  Hin-und Her à la „Ich verrate dich um sie zu retten und bin in 10 Minuten eh wieder dein Verbündeter“  begraben. Was im ersten Teil noch gut funktioniert hat, hat bei mir im dritten nur noch Kopfschütteln ausgelöst. Nein In Fremden Gezeiten drückt quasi für die ganze Geschichte auf Reset. Kein Will, keine Lissy, die einzigen die aus den ersten drei Teilen noch mit von der Partie sind, sind Gibbs, Barbossa und natürlich Jack.

Die Geschichte die erzählt wird, ist im Prinzip auf eine klassische Abenteuergeschichte herunter gebrochen und erinnert stückweit an den ersten Teil. Keine Schlacht der Schlachten, bei der es um den Fortbestand der Piraten weltweit geht, (also keine Michealbayisierung), was eher schlichtes, eine Art Schatzsuche. Auch ist der vierte Teil nicht mehr so verworren, man kann auch kurz unaufmerksam sein, ohne sich am Ende zu fragen… wer ist dieser Typ und was macht er da.  Auch Depps Leistung als Sparrow sind gut wie eh und je, leider fängt es sich aber langsam an auszulutschen, es wird vorhersehbar, aber, naja ,das ist eben der Preis dafür, immerhin ist das große Problem an Jacky, dass er eben genau durch seine Art so populär geworden ist und auch ein Fluch der Karibik ohne seine Art nicht mehr das Selbe wär. (Deshalb hoffe ich inständig das der vierte Teil der Letzte bleibt… nicht das man irgendwann denkt, ach ne, nicht der schon wieder -.-)  Gut gefallen hat mir der Detailreichtum der Kulissen, wie das alte London. Auch die Geschichte an sich wurde gut erzählt, vor allem da man am Anfang noch nicht recht wusste, wie das alles dann schlussendlich zum Jungbrunnen führen soll.

Die Charaktere waren zum Großteil gut ausgearbeitet Geoffrey Rush hat als Barbossa die Rolle noch stärker überzeichnet als in den vorherigen Teilen, was ich allerdings als positiv bewerte, da dadurch Sparrows Gehabe nicht mehr so  herausstach sondern sich als mehr aneinandergefügt hat. Blackbeard als Bad Guy hatte einen ziemlich eindrucksvollen Auftritt und eine düstere Atmosphäre hinterlassen, war mir über den Film etwas zu blass, damit meine ich, dass er halt der Böse war und fertig, die Beziehung mit seiner Tochter wirkte mehr wie ein Last-Minute-Einfall. Wo wir bei Angelica angekommen sind, der weibliche Gegenpart zu Jack. Sie wurde gut gespielt von Penelope Cruz, allerdings war mir die Rolle einfach von Anfang an ziemlich unsympathisch und ich bin auch nicht wirklich warm geworden mit ihr, wobei ihre Auftritte gut zum Filmfluß gepasst haben.

Das größte Manko an Fremde Gezeiten fand ich diese aufgesetzt Liebesgeschichte zwischen dem Geistlichen und der Meerjungfrau, klar mit Captain Sparrow kann man keine romantische Geschichte erzählen, aber musste man das? Die beiden wirkten so, also wollte man unbedingt das Vakuum, dass durch das Fehlen von Will und Elizabeth entstanden, fühlen. Was gründlich in die Hose gegangen ist. Der Geistliche hat keinerlei Tiefgang in seinem Charakter. Er scheint nur in die Handlung reingeklebt (mal abgesehen davon, dass er sich manchmal wirklich dämlich angestellt hat).

Soviel zu meiner Meinung 😀 Also wenn ihr ihn noch nicht gesehen habt, schaut ihn euch an.

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~ von Dante - 16. Juni 2011.

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